Eine Stadt zwischen Moderne und Tradition

Ich weiß gar nicht so recht Wo und Wie ich diesen Artikel über diese tolle Stadt Marrakech anfangen soll. Lange war es mein Wunsch, diesen Ort, diese Stadt zu besuchen und mein 1001 Nacht wahr werden zu lassen.

Jetzt im Januar 2020 sollte der Traum von Marrakech Wirklichkeit werden.

So sind wir von Stuttgart aus nach Marrakech geflogen und dank der Lage unseres Riad mitten in der Medina, der Altstadt eingetaucht. Wer hier Autos sucht, ist fehl am Platze denn der gesamte Bereich muss zu Fuß erkundet werden. Das einzige was Euch in dem Gewirr an Straßen, Gassen und der Menschenkarawane entgegen kommt, sind die unzähligen Moped, die Fahrräder und die Eselkarren. Es ist eine unwirkliche und überwältigende Szenerie, die ständig wie in einem Kaleidoskop wechselt.

Überall lassen sich Szenen finden, die bunter, durcheinander und faszinierender nicht sein könnten. Überall in der Medina riecht es nach Essen, nach gebratenem Fleisch, nach Gewürz oder einfach nur nach Fauligem. Zum Glück mussten wir uns die ersten Minuten nicht alleine durch all diese Eindrücke schlagen sondern wurden von einem Mitarbeiter des Hotels in Empfang genommen. Nach wenigen Metern, betraten wir in den Gassen eine kleine Oase.

Im Vorfeld habe ich mir unzählige Blogs, Youtube Videos und Reiseberichte in den unterschiedlichsten Medien angeschaut und Notizen zu den Spots gemacht. Dabei wurde je näher der Urlaub rückte klar, dass dies nicht unser Urlaub ist und ich daher auf das Bauchgefühl hörte. Was ich mir allerdings nicht nehmen lies, war die Tatsache das ich im Riad BE schlafen musste. So war ich um so glücklicher als ich die Zusage für das Zimmer bekam. Ich kann Euch dieses Boutique Hotel nur empfehlen. Die Leute sind so bemüht Euch den Aufenthalt darin so wunderschön wie möglich zu machen. An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken und zu fotografieren. Es wundert also nicht, dass hier Fotostrecken für Bikini Kollektionen geshootet werden oder so mancher Influencer hier sein Unwesen treibt.

Auch sind es nur wenige Schritte zum Djemaa el Fna, dem Marktplatz und somit dem Tor zu den Souks.

Der Marktplatz ist glaube ich ein sehr umstrittener Platz sowohl geschichtlich als auch im Heute. Denn wenn man sich kurz die Geschichte zurück holt und den Namen Djemaa el Fna vom arabischen übersetzt, ist dies gar nicht mehr so glamourös. Versammlung der Toten, nicht gerade sehr einladend oder? Aber die Sultane haben diesen Platz für Hinrichtungen genutzt. Im Heute natürlich nicht mehr wobei eine Hinrichtung findet dort immer noch statt, nämlich die der Früchte. Am Vormittag wenn die Stadt und der Platz erwachen tummeln sich hier unzählige Verkäufer mit Ihren Obst Ständen. Hier werden von der Banane bis hin zum Granatapfel alles durch die Presse gequetscht und zu frischen Säften verarbeitet, für wenig Geld.

Auch sind einige der Hotspots hier nicht weit entfernt. So findet man vom Riad aus nach wenigen Metern das Le Jardin Secret – ein Name der nach Versteckspiel klingt und es geschichtlich auch fast geworden wäre. Dieser Garten aus dem 16 Jh. wurde 2008 quasi durch Arbeiten nach den Vorstellungen des Koranes und der Paradiesbeschreibung, wieder zum Leben erweckt und der Bevölkerung zugänglich gemacht. Wer einen schönen und ruhigen Ausblick über die Dächer von Marrakech erhaschen möchte, darf gerne den kleinen Turm hinauf steigen und sich dabei den Minztee im Cafe schmecken lassen.

Le Jardin Secret – eine fast vergessene grüne Lunge für die Stadt

Eines der zweiten Highlights unmittelbar des Riad, ist das Musee de Confluences. Hier habt Ihr Museum, Fotospot und ein unglaublich tolles Cafe in einem. Es war unser Überraschungsei des Tages. Denn irgendwie hatte ich das in dieser Konstellation gar nicht auf dem Schirm. Hier hätte ich mich stundenlang aufhalten können. Zumal der Kuchen super lecker und die Kulisse des Cafes Bacha echt sehenswert ist. Achtung hier, müsst Ihr Eintritt zahlen auch wenn man quasi nur ins Cafe gehen möchte. Aber ich finde das sich das verkraften lässt.

Nach dem wir nun virtuell ein paar Schritte gelaufen sind, die Kamera auf Hochtouren gebracht haben, brauchen wir eine Pause. Einer der Spots bei wirklich allen Bloggern und Influencern ist das Nomad. Mitten in den Souks gelegen, kann man dem hektischen Treiben auf der Dachterrasse bei traditionellem marokkanischen Essen mit Modernen Einflüssen entfliehen. Aber das möchte ich vorweg sagen, seid schnell denn jeder möchte dort hin und somit sind die freien Plätze sehr begehrt. Also wenn Ihr nicht ganz auf early Bird sein steht, dann reserviert Euch lieber vorab einen Platz an der Sonne. Was für uns Restaurant technisch noch sehr gut funktioniert hat und was auch mit Ruhe einhergeht, ist das The Moorish. Leckere kleine aber feine Speisen und eine entspannte Atmosphäre auf dem Rooftop des Restaurants. Zwar gibt es hier keinen Blick über die Dächer Marrakech`s aber dafür ist hier kein so großer Andrang wie in den bekannten großen Spots.

Was sonst noch so im Bereich Food abgeht, da kann ich nur sagen lasst Euch treiben. Treiben von der echten Welt, die sich unten in den tausend Gassen finden lässt. So haben wir unzählige Male in den Straßenlokalen gegessen wo sich die Einheimischen die Klinke in die Hand gaben. Dabei haben wir hi und da einen Tipp erhalten was man wo in der Stadt anschauen kann aber auch für den ein oder anderen Lacher gesorgt wenn wir mal wieder mit dem arabisch überfordert waren. Aber so kommt man mit den Einheimischen ins Gespräch und hat ein wenig Backpacker Feeling.

Marrakech – bunt, durcheinander und faszinierend

Jetzt mal zu den Ausflügen bzw. den Spots die ich im Vorfeld für uns rausgesucht hatte. Hierbei kommt der erste von vielen gar nicht gut weg. Denn jeder möchte hier sein für sich perfektes Bild haben. Habt Ihr Euch mal überlegt wie es dann bei solch einem Ort zu geht! Wie viel Andrang dort herrscht und das jeder den selben Blickwinkel hat. Hauptsaison ole!

Die Rede hier, ist vom berühmten Park Jardin Majorelle. Ich bin vielleicht auch mit zu viel Erwartung an diesen Ort gegangen aber diese wurden einfach nicht erfüllt. In keiner Weise. Es ist ein schöner Ort, keine Frage und auch findet man ein paar Ecken der Ruhe aber diese Flut um das Haupthaus, dem Herzstück des Ganzen kann ich kein positives Feedback abgewinnen. Wir waren eine der ersten die den Garten betraten, so hatte ich das Glück einen fast leeren Blick auf das Herzstück und dem Berber Museum welches sich innen befindet zu erhaschen. Aber als wir dann eine halbe Stunde länger dort im Garten waren und ich mich den unzähligen Kakteen widmete wurde es immer schlimmer. Es drängten sich die Leute um die selbe Ecke, den selben Blickwinkel. Um das Foto des Urlaubes machen zu können. Das ist nicht mein Bild von einem Urlaub. Anregungen holen, Inspiration sammeln von anderen Ja klar aber deren Urlaub in einer Art und Weise zu leben, Nein. Im Endeffekt muss das jeder für sich selbst entscheiden. Ich kann hier nur meine eigene Meinung, die meines Mannes und unser Empfinden teilen. Was allerdings in diesem Areal sehr schön und für mich beeindruckend war, das YSL Museum und die Ausstellung einiger seiner unfassbar atemberaubenden Kreationen. Dieser Mensch, dieser Mann hat so ein Gespür für Mode das es für mich fast schon nicht von dieser Welt ist.

Was hier für mich allerdings eine atemberaubende Reise, ein Stück weit mehr in die Mode war, ist für meinen Mann eher die Hölle gewesen. Ihr seht also wie stark hier Meinungen und Geschmäcker auseinander driften. Denkt also immer daran. Was für uns mega cool und atemberaubend ist, kann für Euch nicht passen in dem Moment.

Was es sonst noch so zu sehen gibt in Marrakech? Na einfach alles und jede Ecke. Lasst Euch einfach mal durch die Gassen treiben, saugt die Energie die dort durchfließt auf und begrüßt das marokkanische Leben.

Für alle Interieur Liebhaber habe ich jetzt eine gute oder schlechte Nachricht. Es gibt dort so unglaublich viele tolle Stücke die man am liebsten alle mitnehmen würde. Allerdings erkundigt Euch genau was und wie Ihr das mitnehmen könnt. Einige der Händler schicken Euch die Ware via Post oder whatever nach Hause. Doch achtet auf das was Euch zuhause erwartet. Den Zoll! Denn hier kann der Traum ganz schnell zu einem Alptraum werden, wenn die Gebühren dann den Warenwert übersteigen und das vermeintliche Schnäppchen zum Luxusgut wird.

Es ist wirklich sehr schwer nicht alles kaufen zu wollen und ich musste mich wirklich zügeln. Denn auch in Sachen Accessorizes gibt es in den Souks unfassbar viele und tolle Dinge. Wie beispielsweise die sogenannten Babouches. Diese Schuhe gibt es von schlicht bis zur Luxus Variante und werden auf den Märkten als auch in Ladengeschäften angeboten. Hier bitte immer und überall handeln. Wer das nicht macht, hat schon verloren.

So ursprünglich sich die Altstadt, die Medina auch zweigt, so anders so modern geht es in den neuen Vierteln außerhalb der Stadtmauern zu. Schicke Boutiquen, Einkaufs Mauls und und und finden sich hier ein.

Ich finde diese Stadt, dieses Marrakech sehr geheimnisvoll und sie wartet nur darauf entdeckt zu werden. Einen kleinen Teil davon haben wir in den 7 Tagen bereits gesehen. Es waren einige tolle Dinge dabei aber auch einige Fails die man erleben muss. Die wahrscheinlich zu dieser Stadt gehören, wie das Anquatschen und das plötzliche in den Händel halten von überteuernden Kokosmakronen. Ich musste wirklich so lachen. Mein Mann hat eine Gabe, Ihn quatschen wirklich alle erdenklichen Leute an und er steigt aber auch jedesmal darauf ein. Während ich schon gefühlt 100 Schritte weiter bin, steht er mit einem älteren Mann mitten auf der Straße und probiert fröhlich diese süßen Dinger. Auf die Frage wie viel er letztendlich gezahlt habe, brauchte ich auch einen. Um den Schock zu verdauen. Ich zu meiner Verteidigung bin allerdings in eine Bäckerei gegangen und habe ein Mü davon bezahlt.

Was man auch unbedingt machen sollte oder kann, eine Fahrt mit den Tuk Tuks die sich im Inneren also in der Altstadt tummeln. Es ist total lustig und man sieht auch so viel von der Stadt. Wenn auch manchmal etwas abenteuerlustig, bezüglich des Fahrstiles aber wirklich geil. Allerdings gilt auch hier wie bei einer Taxifahrt, bitte vorab den Preis verhandeln. Auch solltet Ihr ein Taxi nie von einem der Stände weg nehmen sondern einfach während diese bereits auf der Straße unterwegs sind anhalten. Wieso kann ich Euch nicht sagen aber das war ein Tipp von unserem Hotelpagen und was der so sagt, wurde meist auch umgesetzt. Wir sind ja brave Touristen.

Da der Beitrag jetzt unglaublich lang geworden ist, würde ich vorschlagen Euch einen zweiten Teil die Tage online zu stellen. Dort schreibe ich dann etwas über das zweite Riad und warum dies für mich am Anfang ein absoluter Fail war und mich zum weinen gebracht hat.